Monday 23rd September 2019,
Auszeit mit Kindern

Die blauen Flecken an den Oberschenkeln

Constantin 11. Oktober 2014 Aktuell

Inzwischen sind die Oberschenkel wieder seglerweiss, ist ja auch schon etwas her.
An dem wunderschönen Ankerplatz in der Ria Aurua haben wir festgestellt, dass unser LED Ankerlicht nicht mehr funktioniert. Nachdem ich unten im Salon alles gecheckt hatte stand also mein erster Besuch im Mast an. Irgendwann musste es ja kommen, also bin ich noch vor Anker kurz entschlossen in den Mast gegangen, immerhin knapp 20m über Wasser. Leider kommt bei unserem Mast das letzte Fall, an dem ich mich hochziehen lassen konnte, knapp einen Meter unterhalb der Mastspitze aus dem Mast. Wie also den letzten Meter überwinden, denn das Ankerlicht, auch Toplicht genannt, sitzt wirklich ganz, ganz oben.
Wie die letzte Meile, war auch der letzte Meter der anstrengendste, liegt wohl daran, dass ich die letzten Jahre bei den morgendlichen Klimmzügen geschlampt habe. Was solls! Mit einem über die Mastspitze geworfenen Seil und ein paar Schlaufen war ich dann irgendwann ganz oben.

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Was für eine wunderbare Aussicht von hier oben, aber was war mit dem Toplicht verkehrt, zumal der Hersteller von diesem edlen Teil 50.000 Betriebsstunden respektive 4.200 Nächte verspricht. Da der Vorbesitzer unser Schiff nur zum Daysailing genutzt hatte, hat unser Toplicht nicht einmal 50 Nächte gesehen. Hatte ich etwas übersehen?

Was solls, nach Rücksprachen mit den Elektrikspezis daheim, bin ich in Baiona noch mal hoch. Mit Werkzeug, einem Messgerät, einer Testlampe und viel Kleinzeug ausgerüstet gings los.

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Fast oben angekommen, tat es einen jenseits Schlag. Was war passiert?
Ich hatte mir das Werkzeug, Messgerät, … in 2 kleinen Säcken an den Klettergurt gebunden. Auf dem letzten Meter hatte sich einer der Säcke an einem Want verhakt, war stumpf abgerissen und in die Tiefe gerauscht. Wir hatten grosses Glück, dass der Sack in das Dinghy, was unten auf dem Vordeck verzurrt war, eingeschlagen ist. Ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn der Sack eine der Luken aus Plexiglas getroffen hätte. So habe ich nur einen Teil des Werkzeuges im Hafen von Baiona versenkt, ich muss wohl nicht sagen, dass das 2,50€ Klebeband wohlbehalten im Sack auf dem Steg landete und die 50€ Krimpzange neben dem Schiff, leider im Wasser auf 5m Tiefe gelandet ist.

Also Glück gehabt.

Diesmal wieder wunderbare Aussicht, aber nach diversen Messungen und der Probe mit der Testlampe stand fest, dass doch unser LED Toplicht defekt war.

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Donnerstagmittag das Garantiefomular ausgefüllt und abgeschickt, obwohl die Garantiefrist von 5 Jahren um ca. 6 Monate überschritten war. Freitag morgen hatte ich eine Email vom Hersteller (Lopolight aus Dänemark), dieser drückte sein Bedauern aus und fragte, wohin er die neue Leuchte schicken sollte. Montag Nachmittag hielt ich in Oeiras bei Lissabon das neue Toplicht in der Hand. Gigalob an Lopolight, sehr gut reagiert, Topservice. Mir hat es wieder gezeigt, die wahre Qualität sieht man immer erst, wenn irgend etwas schief geht und gefixt werden muss.

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Nächste Herausforderung, ich war nun wirklich nicht scharf darauf noch einmal in den Mast zu gehen. Wenn es hier einen Mastkran gäbe, könnte ich mich hochziehen lassen, um da oben in bequemer Position zu arbeiten, gab es aber nicht.

Wie macht es ein professioneller Rigger?

Wer kann uns hier helfen und wie würde der arbeiten??? To cut a long story short: Jorge hat einen fantastischen Job gemacht. Unser neues Toplicht sitzt dort, wo es hingehört, und es leuchtet wie es soll. Jorge hat fast 15 Jahre Beneteau Jachten ausgerüstet und konnte uns somit noch viele Fragen, die wir schon seit Holland im Gepäck hatten, beantworten. Jorge, vielen vielen Dank, dass wir Dich kennen lernen durften, und dass Du uns so geholfen und alle unsere Fragen beantwortet hast.

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1 Comment

  1. Robert Scheidel 24. Oktober 2014 at 21:35

    …was zur Hölle hast Du mit Deinen Schenkeln gemacht???

    Ich schau immer wieder Mal bei Euch rein und finde das sehr geil was Ihr macht – war gestern/vorgestern in Barcelona und hab kurz das Mittelmeer genießen dürfen, bevor ich wieder ins kalte Schwabenland mußte ;-(

    Wünsch Euch weiterhin eine gute Zeit und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel (sagt man doch so?)

    Gruß,

    Robert