Wednesday 13th December 2017,
Auszeit mit Kindern

Die hapa na sasa ist verkauft

Die hapa na sasa ist verkauft. Ja, der letzte Artikel ist schon eine ganze Weile her, Mauritius, das war letztes Jahr im November. Seit Mauritius ist viel passiert, wir haben einige sehr spannende Dinge erlebt und es gibt einiges zu erzählen.
Die letzten Wochen habe ich mir immer wieder gesagt, dass ich unbedingt noch die fehlenden Artikel schreiben sollte, schreiben muss, aber es ist nicht passiert.
Zurück an Land hatten und haben wir einige wirklich große Herausforderungen. Diese Herausforderungen haben bisher dafür gesorgt, dass ich nicht weitergeschrieben habe. Um ehrlich zu sein, ins besondere auch mir selbst gegenüber werde ich die Artikel in nächster Zeit wohl auch nicht schreiben.

Planänderung in der Karibik

Kleine Planänderung in der Karibik. Den Verkauf unserer hapa na sasa hatten wir lange geplant und vorbereitet, sie war bereits seit Februar auf dem Markt. Der Plan war, sie entweder in der Karibik zu verkaufen, wenn wir keinen Käufer in der Karibik finden würden, würden wir sie nach Europa bringen, soweit der Plan.
In der Karibik angekommen, will Urte zurück nach Europa fliegen. Jetzt gilt es schnell einen Käufer für das Schiff zu finden, hier in der Karibik, keine einfache Angelegenheit in so kurzer Zeit. Vor dem Hintergrund, dass die Hurrikanesaison naht definitiv eine Herausforderung, um ehrlich zu sein halten uns alle Leute für verrück, „Das schafft ihr nie.“ bekommen wir überall zu hören.

Die hapa na sasa ist verkauf

Unser eigentlicher Plan war das Schiff ohne Makler zu verkaufen, am Ende arbeiten 4 Makler für uns, das Schiff ist auf allen Medien inkl. Facebook vertreten und wir reduzieren unseren ursprünglichen asking price deutlich.
Viele der Interessenten sind noch in der frühen Entscheidungsphase, weit weg davon „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Bei anderen ist zwar der Wunsch ein Schiff zu kaufen vorhanden, aber nach vielen Mails stellt sich dann doch heraus, dass sie die finanziellen Mittel nicht haben.
Letztendlich bekommen wir ein belastbares Angebot von einem Franzosen. Olivier ist bereits in den 80er Jahren bis nach Tahiti gesegelt, weiß genau was er sucht. Vor allem aber hat er die Freiheit sich kurzfristig ins Flugzeug zu setzen und den Kauf auch wirklich zu realisieren. Olivier ist allerdings bereits über 70 Jahre, hat vor 3 Monaten seinen 45 Fuß Leopard Kat verkauft. Kurz bevor er den Kat verkauft hat, hatte er sich sogar noch bei einem Segelmanöver den Arm gebrochen.

Der Gutachter ist von unserem Schiff begeistert

Es vergeht keine Woche zwischen dem Angebot und dem Gutachtertermin. Uii, schon wieder zu schnell.
Franka hatte fest damit gerechnet, dass sie noch einen Schlag mit uns in Europa oder auf dem Weg nach Europa segelt oder wenigstens noch einmal an Bord kommen kann, um sich von der hapa na sasa zu verabschieden. Franka ist mit uns bis nach Tahiti gesegelt und das Schiff hat auch ihren Weg maßgeblich beeinflusst, so ist es verständlich, dass sie genauso an der hapa na sasa hängt wie wir.
Die Preise für den Flug sind ok, wären da nicht die horrenden Gebühren für die Kinderbetreuung von KLM. Ich finde mich bereits damit ab, dass es dieses Mal wohl doch keinen Weg gibt, Franka diesen Wunsch zu erfüllen. Franka bleibt hartnäckig, lässt nicht locker, macht deutlich wie viel ihr daran liegt sich von der hapa na sasa zu verabschieden. Die Zeit drängt, es sind nur noch wenige Tage bis zum Gutachtertermin, viel Zeit werden wir sowie so nicht mit Franka verbringen können. Ich checke noch einmal die Möglichkeiten, buchstäblich auf einer Dinghyfahrt zu einer Tauchbasis, der ich unser Tauchequipment verkaufen will. Und, siehe da, ich kann den KLM Flug auch über Air France buchen. Da der Air France Flug für die Franzosen quasi ein Inlandsflug ist, braucht Franka bei ihnen keine Kinderbetreuung und wenige Minuten später ist der Flug gebucht.
Keine 48h später fahren wir alle mit dem Dinghy zum Flughafen, um Franka vom Flughafen abzuholen, Paula und Louisa ahnen noch nicht wer gleich ankommt.

Franka am Flughafen in St. Martin
Die Mädels begrüssen Franka am Flughafen in St. Martin.

4 sehr intensive Tage mit Franka an Bord

Nach dem Flughafen geht es kurz zurück an Bord und dann auch gleich weiter zum Buccaneers Beach an dem sich jeden Freitag Abend die Kids treffen. Franka ist sofort wieder mitten drin, obwohl sie bereits seit der Nacht auf den Beinen ist. Wir Erwachsenen genießen diesen fantastischen Sonnenuntergang in der Simpson Bay, viele Sonnenuntergänge bleiben uns hier nicht mehr.
Am nächsten Tag sind die Kids vormittags beim Segelkurs, während wir wieder auf einem Flohmarkt unsere besten Stücke verkaufen. Seit unseren ersten unschlagbar guten Angeboten in der morgentlichen Funkrunde heißt es oft: „Ah, hapa na sasa, it’s you who sold that piece last week“.
Zwischen dem Verkaufen von Kite und Tauchausrüstung und dem Aufklaren des Schiffes schaffen wir es sogar noch am Sonntag Morgen zum Frühstück auf die Bossa Nova und nachmittags zum Maho Beach.
Der Maho Beach liegt direkt im Anflug zum internationalen Flughafen Princess Juliana, das heißt vom Anfang der Landebahn bis zum Strand sind es gerade einmal 50m. Wir erleben einige Landungen, bei denen die riesen Maschinen nur einige Meter über unseren Köpfen sind, noch faszinierender ist jedoch der Start der Maschinen. Für die Kids wird es zur Mutprobe, sich direkt an den Zaun des Flughafens zu stellen, wenn eine der großen Maschinen zum Start ansetzt. Augen zu und festhalten, denn die Abgasströme der beschleunigenden Maschinen sind gewaltig, Sand, Caps und Sonnenbrillen fliegen.

Mutprobe am Maho Beach direkt an der Landebahn vom Flughafen in St. Martin
Mutprobe direkt am Anfang der Landebahn von St. Martin am Maho Beach.

Der neue Eigner kommt mit Gutachter an Bord, Sea Trial und Begutachtung auf dem Trockenen

Es ist soweit, wir gehen Anker auf in der Marigot Bay und segeln wohl ein letztes Mal unsere hapa na sasa. In der Simson Bay fällt der Anker, ich steige ins Dinghy und hole Olivier und Jean-Claude den Gutachter im Segelclub ab. Jean-Claude ist auch bereits Mitte 70 und hat sein ganzes Leben auf dem Meer verbracht. Jean-Claude geht in aller Ruhe mit seiner Liste durch unser Schiff, während ich einem zufriedenem Olivier das Schiff erkläre. Zufrieden deshalb, weil die ersten Eindrücke seine ursprünglichen Erwartungen noch einmal deutlich übertreffen.
Nach einer Weile werde ich etwas unruhig. Heute Nachmittag haben wir noch einen Krantermin und davor müssen wir um 15:00 Uhr durch die Klappbrücke, da bleibt nicht mehr viel Zeit für den Sea Trial, das Probesegeln. Am Ende finden wir aber doch noch Zeit für ein paar Schläge und alle sind happy.

Ein letztes Mal aus dem Wasser mit unserem Schiff

Aus dem Wasser gehen ist immer eine spannende Sache. In Simonstown Südafrika hat uns eine Böe im falschen Moment von der Seite erwischt, dem Arbeitsboot die Scheuerleiste komplett weggerissen, für uns war es gerade noch einmal gut gegangen. In Opua Neuseeland konnten wir nur bei Slack Tide kranen, weil sonst viel zu viel Strom gewesen wäre.
Hier steht uns der Wind genau auf die Nase, der Travellift ist riesig und auch das Becken davor entsprechend breit. Jean-Claude fährt unser Schiff zur Werft, gibt mir im letzten Moment das Ruder und meint: „Das machst Du lieber.“ Oookay, da steht zwar jemand am Travellift, aber bereit ist was anderes. Gerade will ich mich rückwärts wieder aus der Affäre ziehen, da bewegt sich der Travellift, wir gleiten entspannt in die vordere Schlinge, ich stoppe kurz auf und stoppe die Maschine, entspannt. Kurze Zeit später hängen wir einige Meter über dem Wasser und verlassen das Schiff über den Bugbeschlag. Immer wieder beeindruckend, wie entspannt die Schiffsgröße auf dem Wasser und wie groß sie hingegen im Lift ist.

Unser hapa na sasa im Travellift auf St. Martin
Die Mädels und unsere hapa na sasa im Travellift in St. Martin.

Nachdem der Rumpf etwas abgetrocknet ist, macht Jean-Claude seine Feuchtigkeitsmessungen, um eventuelle Osmoseschäden zu enttarnen. Trocken, Jean-Claude ist beeindruckt, noch nie hat er ein Schiff gemessen, was Monate im Wasser war und so trocken ist, sehr gut.
Am nächsten Morgen ziehe ich Jean-Claude noch in den Mast, Jean-Claude ist wie gesagt Mitte 70 und geht in den Mast, als wenn es das normalste von der Welt wäre, sehr beeindruckend.
Auch im Rigg findet Jean-Claude keine Mängel, er ist super zufrieden mit unserem Schiff, eines der besten Schiffe, was er je begutachtet hat.

Unsere letzten Tage auf der hapa na sasa

Olivier ist so happy mit seinem Kauf, dass wir bis zu unserem Abflug in ein paar Tagen weiterhin auf dem Schiff wohnen dürfen. Olivier bietet uns auch an, dass wir in Zukunft die hapa na sasa segeln dürfen, ob in der Karibik oder die nächsten Jahre im Mittelmeer. Nachdem wir Franka am nächsten Tag mit dem Dinghy zum Flughafen gebracht haben, segeln wir die hapa na sasa mit Olivier wieder zurück in die Marigot Bay, wo für uns ein letztes Mal der Anker fällt.
Olivier kommt täglich zu uns an Bord, bekommt alle Details von uns erklärt und wir packen unsere Sachen und verschenken weitere Teile unserer Ausrüstung. Connar, der 12 jährige Sohn von der Invincible neben uns, kann es gar nicht fassen, als er meine GoPro inkl. umfangreichem Zubehör und wasserdichtem Gehäuse auspackt. Die Invincible ist gerade mal 41 Fuß lang und die Familie ist Jahrelang mit 5 Kinder auf ihr gesegelt, unglaublich.
Bei Connar ist meine GoPro in guten Händen und wird die nächsten Jahre benutzt werden.

Auch wenn wir unser Gepäck maximal ausreizen, so stehen wir doch vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe. In zwei Nachmittagen reduziere ich mit Louisa und Paula 3 Jahre ihres Lebens auf 23kg plus Handgepäck, wir wägen immer wieder zwischen Büchern, Andenken und Spielen ab, denn Anziehsachen ohne Löcher haben wir fast keine mehr 😉

Louisa packt ohre Sachen an Bord der hapa na sasa befor wir zurück nach Europa fliegen.
Hier müssen harte Entscheidungen getroffen werden Louisa und …

Paula packt ihre Sachen an Bord der hapa na sasa
… Paula beim Packen ihrer Sachen vor unserem Rückflug.

Und dann kommt der Moment, an dem wir die hapa na sasa, unser zu Hause der letzten 3 Jahre, verlassen

Unzählige Gepäckstücke sind gepackt und liegen bereit, fein säuberlich mit der Fischwaage gewogen. Irgendwie schaffen wir es alle Gepäckstücke in Oliviers Auto zu packen, der uns netterweise zum Flughafen fährt.

Das war´s, knapp 3 Jahre war die hapa na sasa unser Zuhause, hat uns sicher und komfortabel an die unglaublichsten Orte dieser Welt gebracht an denen wir fantastische Leute kennen lernen durften.

Vielen Dank an alle, die uns dabei unterstützt und begleitet haben.

Buccaneers Beach St. Martin
Buccaneers Beach St. Marten die Mädels mit Sara.

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