Thursday 19th October 2017,
Auszeit mit Kindern

Mauritius hält einige Überraschungen für uns bereit

Die Überfahrt von Rodrigues nach Mauritius ist entspannt, insbesondere mit dem reparierten Autopilot, denn dieser verrichtet wieder zuverlässig seine Dienste.
Wir fahren direkt vor dem Wind, anfangs jedoch nur mit Groß, da der Wind gerade ein wenig zu stark für unseren Genacker ist.

Louisa und Paula holen uns zwei schöne Bonitos aus dem Indischen Ozean

Am zweiten Tag auf See geht am späten Nachmittag eine der Angeln los, dem Geräusch nach zu urteilen jedoch kein so ein Riese wie auf dem Weg nach Rodrigues. Louisa übernimmt die Angel und holt einen schönen 80cm langen Bonito zu uns ans Schiff. Der Fisch wird gegafft und liegt kurze Zeit später bei uns im Cockpit, um gleich darauf filetiert zu werden.
Gerade habe ich Urte die letzten Filetstücke in die Pantry gegeben und das letzte Blut aus dem Cockpit gewaschen, geht die nächste Angel los. Auch der Fisch landet nach kurzer Zeit bei uns im Cockpit, so dass wir lecker Fisch haben, wenn wir Selma und Avinash auf Mauritius wiedertreffen.

Louisa hat einen Bonito auf dem Weg nach Mauritius gefangen
Louisa kann ihren Fang kaum hochheben.

Paula kann diesen Fisch kaum halten, so schwer ist er
Auch Paula posiert mit Fisch.

Wir sollen doch bitte außerhalb der 12 Seemeilen Zone bleiben

Kurz nach Mitternacht funkt uns die Küstenwache an, wir hätten uns nicht bei ihnen angemeldet und sollten somit doch bitte außerhalb der 12 Seemeilen Zone bleiben.
Na das ist ja mal etwas ganz Neues. Ich versuche, das offensichtliche Missverständnis mit meinem Gesprächspartner zu klären, stoße aber auf Unverständnis. Ich müsste doch wissen, dass wir uns bei der Küstenwache anmelden müssen. Er schlägt vor, dass wir doch 12 Seemeilen Offshore ankern sollten, um uns dann morgen früh bei ihnen anzumelden. Das wird ja immer interessanter, Mauritius ist vulkanischen Ursprungs und der Meeresboden fällt sofort auf 1.000m Tiefe steil ab. Wir weichen der weiteren Diskussion aus und verlegen unsere Ankunft auf den nächsten Morgen, indem wir unsere Geschwindigkeit auf gerade mal 2kn verlangsamen und in den Stealth Modus gehen, das AIS schlafen legen.
Nachts hat Urte noch einmal Funkkontakt mit der Küstenwache und wird darauf aufmerksam gemacht, dass sie dort an dieser Stelle nicht ankern darf. Wir haben noch nie bei 2kn Fahrt geankert und werden das auch hier in Mauritius nicht probieren, wirklich sonderbar die Jungs hier.

Die Einfahrt nach Port Louis ist ein Vorgeschmack auf Kapstadt

Nachdem wir uns korrekt bei der Port Control angemeldet haben, fahren wir in die Hafeneinfahrt von Port Louis. Wir schauen uns an, irgendwie ist dass Setting wie in Kapstadt. Eine Stadt vor einer Bergkulisse, sehr nett nur der Berg im Hintergrund ist nicht ganz so gerade abgeschnitten. Jetzt müssen wir nur noch die Untiefe im Hafenbecken meiden.
Nahezu mittig im Hafenbecken ist unter Wasser ein nicht kartographierter Stein, den schon mehrere Segler mit dem Kiel getroffen haben. Angeblich weigert sich die Hafenbehörde, diese Untiefe sauber zu markieren, um nicht die Verantwortung für was weiß ich nicht übernehmen zu müssen. Wir sehen eine gelbe Markierungsboje, halten uns aber trotzdem dicht am nördlichen Kai. Nach einem entspannten Anlegemanöver machen wir die hapa na sasa an einem Geländer fest, denn Festmacherklampen oder Poller gibt es hier nicht. Was für ein netter Platz zum Einklarieren, direkt neben unserem Schiff sitzen die Leute mit Kaffee, Bier oder Rotwein.
Beim Einklarieren klärt sich dann auch unser nächtliches Missverständnis auf, die Kollegen der Küstenwachen hatten einfach nur ein Trainingsdefizit und dachten, dass sich nicht nur die Kommerziellen Schiffe vorab anmelden müssten.

Die Einfahrt nach Port Louis auf Mauritius bereitet uns bereits auf Kapstadt vor
Die Einfahrt nach Port Louis, nur der Berg im Hintergrund ist nicht so schön gerade abgeschnitten, wie in Kapstadt.

In Port Louis auf Mauritius liegen wir mit der hapa na sasa direkt an einem Café
Unser Liegeplatz am Geländer der Uferpromenade mit direktem Anschluss ans Café

Was für eine Auswahl an Obst und Gemüse hier auf dem Markt in Port Louis auf Mauritius
Der Markt in Port Louis hat einen absolut einmaligen Charme, das Beste, was wir bisher auf unserer Reise gesehen haben.

IMG_5477Der Markt in Port Louis auf Mauritius ist einfach fantastisch
Was für eine Melone in den Händen dieses Verkäufers.

Lecker süsse Stückle vom Markt in Port Louis
Lecker süße Stückle vom Markt.

Port Louis behält uns nicht lange

Irgendwie kommen wir mit Isabel und Marcel aus eben diesem Café ins Gespräch. Kurze Zeit später sitzen sie nicht mehr im Café, sondern bei uns im Cockpit zum Sundowner. Isabel und Marcel haben sich bereits vor einigen Jahren ein ganzes Jahr lang um die Welt getaucht, sind sozusagen von Tauchspot zu Tauchspot um die Welt geflogen und sind jetzt hier auf Mauritius im Urlaub. Sie laden uns ein, mit ihnen den Norden der Insel zu erkunden. Wir segeln mit unserer hapa na sasa nach Norden in die Grande Baie, um dann dort mit ihnen die Umgebung zu erkunden.
Vorher allerdings muss ich noch unsere Ersatzteile für unseren Autopiloten aus dem Zoll befreien.

Mauritianische Ersatzteilbefreiungsaktion

Um möglichst schnell unsere Ersatzteile für den Autopiloten aus dem Zoll zu bekommen, war ich schon von Rodrigues aus mit FedEx auf Mauritius in Kontakt. Die Kosten für Zoll und Verwaltung erschienen mir aber mit über 100 Euro deutlich zu hoch, so dass ich das Thema bis auf unsere Ankunft in Mauritius vertagt hatte.
Im Gespräch mit dem Zöllner hier vor Ort wurde dann sehr schnell klar, was das Problem ist. Wenn ich unser Ersatzteil zoll- und mehrwertsteuerfrei übernehmen möchte, müssen sie in einer zollfreien Zone, das heißt in einem speziellen Fahrzeug und mit einer speziellen Begleitung bis zu mir transportiert werden. Und ich dachte, wir in Europa denken manchmal etwas kompliziert.
Der Zöllner ist sehr hilfsbereit und meint, dass wir die Ersatzteile auch ganz normal einführen können und dann einfach die Mehrwertsteuer auf den Warenwert zahlen. Was für ein Unterschied, auf einmal stehen da nur noch 25 Euro. Eigentlich bräuchte ich jetzt noch eine neue Rechnung, explizit auf meinen Namen. Ums kurz zu machen, die super nette Mitarbeiterin bei FedEx, lässt sich überreden, es irgendwie möglich zu machen, so dass wir unsere Ersatzteile noch am Abend geliefert bekommen und am nächsten Tag in die Grande Baie fahren können.

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1 Comment

  1. Christa und Klaus 23. April 2017 at 12:18

    Hallo hapa na sasa Crew! Juchhu, rund um die ganze Welt auf eigenem Kiel, wer schafft denn sowas! Wir haben einen Freund, der sowas gemacht hat, nicht mit einer Männercrew, nein, mit seiner Familie. Glückwunsch, was für eine Leistung! Constantin, wir denken an dich und drücken dir die Daumen für einen erfolgreichen Abschluss und erwarten dich mit großer Freude in der Stadt deiner Kindheit. Ganz besondere Grüße von Christa und Klaus

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