Monday 23rd September 2019,
Auszeit mit Kindern

Weihnachten auf der Insel oder im Schnee?

Constantin 28. Januar 2016 Erlebnisse

Weihnachten auf der Insel oder im Schnee, diese Frage hätte sich so nicht gestellt, hätte sich Franka nicht im Sommer entschieden nach Deutschland zurück zu fliegen, um dort in auf ein Internat zu gehen. So kam es also, dass wir noch auf Tonga Flüge für Weihnachten buchten. Für Paula, Louisa und mich ging es nach Deutschland, Urte wollte Weihnachten in Südafrika in der Wärme mit ihrer Familie verbringen, aber auch da sollte es noch eine Überraschung geben.

Kurzfristige Flüge und dann noch über Weihnachten

Nur einen Monat vor Abflug Flüge buchen, dass fühlte sich an, als ob wir unsere kurzfristige Entscheidung bitter bezahlen müssten, doch zu unserer Überraschung waren die Flugpreise moderat, ein guter Start. In Neuseeland buchten wir noch den Bus, um aus der Bay of Islands nach Auckland zu kommen, insgesamt ein Ritt über 48 Stunden, immerhin aber bis nach Hannover. 48 Stunden, um halb um die Welt zu fliegen, viel oder wenig? Nach dem Abi, als viele Freunde von mir für einen Urlaub nach Neuseeland oder Australien flogen, kamen mir 48h irrsinnig viel vor, zumal ja noch der potenzielle Jetlag dazu kommt. Vor dem Hintergrund, dass wir mal eben 16 Monate bis Neuseeland gebraucht hatten, waren 48h doch ein Katzensprung.

Aber wo lassen wir die hapa na sasa, alleine für über 5 Wochen in Neuseeland

Jetzt galt es noch einen sicheren Liegeplatz für unser hapa na sasa zu finden. Das Schiff in eine Marina legen, ist einfach und im Vergleich zu Europa sogar bezahlbar. Aber warum sollten wir unser Schiff nicht wie andere Leute an einer Mooring vertäuen, nur weil das deutlich ausserhalb meiner Komfortzone liegt ist das ja keine schlechte Lösung. Eine Mooring ist eine Boje, die zumeist an einem Betonklotz auf dem Meeresboden verankert ist und an die man sein Schiff vertäut. Folglich fragte ich unseren Freund Antonio, ob er wüsste wo wir in der Hochsaison eine Mooring finden würden. Keine 10 Minuten später waren wir auf dem Weg zu einer seiner Moorings in einer nahegelegen Bucht, ich befand sie für sicher und das Thema war gelöst. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass die Moorings in Neuseeland sehr massiv ausgeführt sind, 2mal im Jahr überprüft werden und diese professionel gewartet wird.
Trotzdem, über Silvester hatten Freunde ganz in der Nähe über 40kn Wind, gut dass man nicht alles live mitbekommt.

Taschen packen und auf nach Auckland

Taschen packen und auf nach Auckland, aber Taschen hatten wir gar keine mehr, unsere letzte grosse Tasche hatte Franka im Sommer nach Deutschland mit genommen. Wir fragten also Antonio nach einer alten Reisetasche und wurden von ihm bestens ausgestattet. Eigentlich brauchten wir ja auch wirklich nicht viel mitnehmen, Weihnachtsgeschenke, Strümpfe, Hosen, T-Shirts aber wirklich viele warme Sachen hatten wir für Deutschland sowieso nicht, so reisten wir also zu dritt mit nur einer aufgegebenen Tasche und diversen Handgepäckstücken. Wir machten unsere hapa na sasa abreisefertig, und Dave half uns noch unser Beiboot in Antonios Garage zu bringen.

Wir lassen die hapa na sasa an einer Mooring in Neuseeland zurück
Wir lassen unser Zuhause für 5 Wochen zurück an einer Mooring.

Unser Beibot wird aufgeladen und in die Garage von Antonio gebracht.
Unser Beiboot bringen wir mit Daves Hilfe in die Garage von Antonio.

Nach 4 Stunden Busfahrt und ein paar Stunden Auckland für einen ersten Eindruck ging es also über Narita Tokyo nach Zürich um 36h später in Hannover zu landen.

Selfie der hapa na sasa Crew in Auckland Neuseeland
Und zwischendurch ein Selfie der Reisegruppe.

Louisa in Narita Tokyo
Louisa auf dem Flughafen Narita Tokyo.

Paula in rasender Fahrt in Narita Tokyo375
Louisa auf dem Flughafen Narita Tokyo.

Auf unserem Flug nach Deutschland 36 Stunden, essen, trinken, Videos schauen und schlafen.
Auf unserem Flug nach Deutschland 36 Stunden, essen, trinken, Videos schauen und schlafen.

Besonders leckere Reiskuchen auch für Nichtjapaner
Besonders leckere Reiskuchen auch für Nichtjapaner

Was für ein Empfang am Flughafen in Hannover

Was für ein Empfang in Hannover, alle lagen sich in den Armen, Franka mit ihren Schwestern, Franka mit mir, die Großmama mit ihren Enkeln und natürlich mit mir.

Das ist dann wohl auch eher ein glücklicher Zufall, dass es überhaupt Bilder von dem Wiedersehen gibt. Die, die es gibt, sagen alles.
Nach über 4 Monaten liegen sich Franka und Louisa in Hannover in den Armen
Nach über 4 Monaten liegen sich Franka und Louisa in Hannover in den Armen.

Und Paula landet so gleich auf Frankas Arm
Und Paula landet so gleich auf Frankas Arm

Vom Flughafen ging es auf direktem Weg zu meiner Mutter, dort wurde noch einmal zu Abend gegessen und viel erzählt. Bevor ich ins Bett viel, fuhr ich Franka noch ins Internat zurück, denn sie hatte den nächsten Tag, ein Freitag, natürlich Schule.

Am Wochenende wurde viel erzählt und gespielt, vor allem Playmobil stand hoch im Kurs, hatte Franka im Herbst doch dafür gesorgt, dass der Grossteil des Playmobils aus unserem Haus zur Grossmutter kam.
Bei einem Gang in der Stadt landeten wir in einem mittelgrossen Edeka und da wurde mir erst wieder bewusst, wie gross oder vielmehr überwältigend und vielfältig das Angebot an Lebensmitteln in einem durchschnittlichen deutschen Supermarkt ist. Wie krass war doch hier der Gegensatz zwischen unserem frisch gefangenen Fisch, den Kokosnüssen und Yams sowie den kleinen Supermärkten auf den Inseln. Und in Neuseeland? Dort hatten wir bisher auch nur in kleinen Supermärkten, dicht an unserem jeweiligen Liegeplatz eingekauft.

Ich für meinen Teil genoss die Zeit mit allen 3 Kindern und organisierte nebenbei einige Termine für die folgende Woche in Stuttgart, sowie diverse Schlafgelegenheiten vor Ort. Denn als fest stand, dass wir nach Deutschland gehen würden, hatten die Kinder gleich den Wunsch geäussert einige Tage in Stuttgart in ihrer jeweiligen Klasse in die Schule zu gehen, was die jeweiligen Direktoren auch sofort unterstützt haben.
Nach einem tollen Wochenende fuhr ich Franka am späten Sonntag Nachmittag zurück ins Internat. Wie war es für sie? Wir, Paula, Louisa und ich würden noch eine Nacht bei der Großmama schlafen, bevor wir nach Stuttgart fuhren und sie musste zurück ins Internat. Machte sie das traurig? Ich stellte ihr die Frage und sie antwortete ohne zu zögern, dass sie jetzt noch mit einer Freundin verabredet sei, danach würden sie zum Abendessen gehen und am Abend würde sie noch etwas für die Schule für den nächsten Tag lernen.
Ein sehr gutes Zeichen, meine Erwachsenenbedenken waren in diesem Fall also völlig unbegründet.

Stuttgart, viele Termine, tolle Freunde und jeden Tag auf einer anderen Couch übernachtet

Vor uns stand eine Woche Stuttgart, wir fuhren am Montag Vormittag nach Stuggi, Franka würde am Freitagnachmittag mit dem Zug nachkommen. Die letzten 18 Monate brauchte ich keinen Terminkalender, jetzt aber war es definitiv nicht ohne möglich. Mit welchen Freunden wollten Paula und Louisa Zeit verbringen? Bei welchen Freunden konnten sie übernachten, Mittagessen oder den Nachmittag verbringen? Viele Freundinnen von Paula gehen nach der Schule in einem Hort, dorthin konnte Paula nicht mit. Louisa kannte keinen in ihrer Klasse, waren wir doch genau mit ihrem Wechsel auf das Gymnasium aufgebrochen. Beeindruckend, wie sie von ihren neuen Klassenkameraden aufgenommen wurde und binnen Minuten in das Geschehen eintauchte, als wenn wir die letzten Monate gar nicht weg gewesen wären.
Nach einigen Mails und Telefonaten mit den Müttern der entsprechenden Freundinnen entwirrten sich auch die Übernachtungen und Nachmittage und Paula war sogar spontan bei einem Geburtstag eingeladen.
Ich für meinen Teil gab unsere ESt Erklärung ab, traf mich mit den ehemaligen Kollegen zum Essen in der Kantine, schaute bei uns im Haus bei unseren Mietern vorbei, betonierte die am seidenen Faden hängenden Garderobenhaken ein, bedankte mich bei all den Freunden, die uns in unserer Abwesenheit in Stuttgart geholfen hatte und liess mich von Freunden bei Wiedersehensessen kulinarisch mit leckeren Croissants oder saftigen roten Steaks verwöhnen. Vielen, vielen Dank euch allen.
Nach einer voll gepackten Woche, traf ich Franka am Sonntagmittag, um mit ihr in aller Ruhe im Noodles Mittag zu essen, den Abend liessen wir bei einem guten Freund ausklingen, um dann am Montag wieder nach Braunschweig zu fahren. Vielen Dank hier an meinen Vater, der eine Woche auf sein Auto verzichtete.

Erster Schultag für Louisa auf ihrer neuen Schule
Louisas erster Schultag auf ihrem neuem Gymnasium in Stuttgart.

Lecker Steak bei einem sehr guten Freund in Stuttgart
Und ich wurde mit lecker, lecker Steak bei einem sehr guten Freund in Stuttgart verwöhnt.

Weihnachten mit allem was dazu gehört

Weihnachten mit allem was dazugehört, viel spielen, natürlich Playmobil, chillen, lesen und essen. Zum essen gehörten natürlich auch unsere ersten Florentiner, die ich mit Louisa gebacken hatte, denn Kekse backen stand auf Louisas Wunschliste für die Dinge, die sie in Deutschland unbedingt machen wollte.

Selbst gebackene Florentiner nach einem Rezept von Jörgs Mama in Braunschweig
Selbst gebackene Florentiner nach einem Rezept von Jörgs Mama in Braunschweig.

Vor dem Ofen und den Florentinern
Wir vor dem Ofen, die Florentiner noch in dem Ofen.

Frühstück am heiligen Abend in Braunschweig
Frühstück am heiligen Abend.

Ein intensiver Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, mit allem was dazu gehört.
Ein intensiver Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, mit allem was dazu gehört.

Sylvester bei der Anne
Silvester bei unseren Freunden der Anne, eine coole Party mit mehr Kindern als Erwachsenen.

Besuch der Playmobil Ausstellung in Braunschweig621
Und der Besuch in der Playmobil Ausstellung durfte natürlich nicht fehlen.

Franka beim Basteln in der Autostadt.

Louisa in der Autostadt

Paula in der Autostadt
Besuch in der Autostadt mit intensivem Basteln und Bewegen der diversen Gefährte.

Grosse Überraschung, kurz bevor wir wieder nach Neuseeland aufgebrochen sind

Kurz bevor wir wieder nach Neuseeland aufgebrochen sind, gab es noch eine grosse Überraschung. Urte kam spontan für 3 Tage nach
Urte und Franka bei der Anne
Urte und Franka genossen die Zeit zusammen.

Zurück zu unserer hapa na sasa mit einem weinenden und einem lachenden Auge

Nach 5 spannenden Wochen in Deutschland freuen wir uns wieder auf unsere hapa na sasa, die in der Matauwhi Bay in Neuseeland auf uns wartet. Nach einem sehr schönen gemeinsamen Abschiedsessen mit den Eltern und Grosseltern werden wir am nächsten Morgen von Franka und meiner Mutter zum Flughafen gebracht. Nach tränenreichem Abschied entschwinden wir und warten auf den Abflug unserers ersten Fluges.
Die Flüge waren völlig unkompliziert, gefühlt haben wir mehr Zeit in Kontrollen und den dazu gehörigen Warteschlangen verbracht, als in der Luft.

Kleines Schläfchen auf dem Flughafen in LA
Louisa und Paula in L.A. bei einem Nickerchen nach dem ersten 12h Flug.

Louisa und Paula im Cockpit
Louisa und Paula übernehmen für kurze Zeit das Steuer im Cockpit, wer segeln kann, der kann auch fliegen.

Bevor wir mit dem Bus noch 4 Stunden nach Paihia fahren haben wir einen halben Tag in Auckland. Wir verstauen unser gesamtes Gepäck in 2 Schliessfächern und lassen uns durch die Stadt treiben. Ich werde magisch von den grossen Segelbooten angezogen, wir sehen die Escapade und die Feelin‘ Good und die Kinder vom Spielplatz und dieser Kuh.

Ein kurzer Stop bei den Tieren in Auckland.
Mal probieren, ob das Melken von Kühen auch auf der Südhalbkugel funktioniert…

Freudiges Melken einer Kuh in Auckland.
… offensichtlich mit grossem Spass.

Nachdem uns Antonio von der Fähre abgeholt hat fahren uns Freunde mit ihrem Beiboot mit all unserem Gepäck auf unsere hapa na sasa. Ein kurzer Rundumblick, alles wie wir es zurück gelassen hatten, nur der Deckel unseres Relinggrills steht offen und die Stander der Kreuzerabteilung und des TO hat es noch etwas mehr zerfetzt. Für beide und für die Nationalflagge haben wir bereits Ersatz für den zweiten Teil der Reise.

Unsere arg gebeutelte Deutschlandflagge wurde auf der hapa na sasa ersetzt.
Nach über 15.000sm wird unsere Nationalflagge ersetzt.

Nach einem Nachmittagstörn mit einem guten Freund in der Bay of Islands mache ich mich mit den Kindern auf nach Robertson Island. Hier hatten Freunde von uns Weihnachten gefeiert und das nicht ohne Grund.
Die hapa na sasa ist mit uns wieder in ihrem Element, Urte werden wir heute Abend abholen und dann sehen wir, was wir die nächsten Tage und Wochen in Neuseeland machen werden.

Die hapa na sasa wieder in ihrem Element vor Robertson Island in Neuseeland.
Die hapa na sasa in der Bay von Robertson Island.

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