Sunday 22nd September 2019,
Auszeit mit Kindern

Epic Toilet Repair oder mitten drin in der Scheiße

Constantin 5. Dezember 2015 Leben an Bord

Fritze, ich musste so an dich denken. Bereits in Tonga hatte ich festgestellt, dass sich die Häxlerpumpe bei der Toilette nicht ausbauen ließ, jedenfalls nicht ohne Gewalt und ohne das Risiko etwas kaputt zu machen. Tonga ist nicht der richtige Ort um Dinge kaputt zu machen, denn die Yacht Infrastruktur besteht gerade mal aus Internetcafés und Yachtersatzteile gibt es nicht.

Vor manchen Problemen kann man nicht weg laufen

Vor manchen Problemen kann man nicht weg laufen, dazu gehört auch die Reparatur der Toilette an Bord. Gestern habe ich mich also des Problems angenommen, um dann evtl. notwendige Ersatzteile zu bestellen. In Kurzform, die Pumpe kam frei und das Häxlergehäuse brach, ein Teilerfolg. Das beschädigte Gehäuse auszubauen gelang mir jedoch nicht, da ich keine brutale Gewalt anwenden und evtl. den Sockel beschädigen wollte.

Bis zu diesem Moment war der Job noch relativ sauber, ein wenig Salzwasser im Schiff, das war’s. Ein Blick auf die Rückschlagventile zeigte aber, dass diese schon wieder kurz vor Funktionsuntüchtig durch Harnstein waren. Die Teile auszubauen ist nicht sehr angenehm aber ein Routinejob. Beim Blick in den Schlauch zum Fäkalientank traf ich dann die und ich meine hier die Entscheidung des Tages. „Die Schläuche sind aber ziemlich zu, die müssten mal gereinigt werden.“

Warum verstecken Yachtkonstrukteure wichtige Leitungen in den letzten Ecken?

Schlangenmenschartig verbog ich meine Arme, um in die letzten Winkel zu kommen aber der Schlauch wollte einfach nicht raus. Auch der Ausbau einer weiteren Abdeckung half nicht weiter. Ich nahm also einen Relingsdraht und fing an, den Schlauch frei zu stochern und die Sauerei nahm ihren Lauf. Die Soße lief, die Bröckchen fielen, eine sechsjährige Historie unseres Schiffes oder vielmehr der Toilettenbenutzer breitete sich zu meinen Füßen aus. Ein Forensiker hätte wahrscheinlich die komplette Provisionierungshistorie unserer hapa na sasa nachvollziehen können. Ich jedoch war mir nicht sicher, ob ich mich über meine Fortschritte freuen sollte. Das Ergebnis: Jungfreulicher Schlauch wie bei der Ablieferung der Werft.

Zur Belohnung gab es noch ein paar Risse im Pumpengehäuse

Der Zusammenbau verlief problemlos, nur dass ich Risse im Pumpengehäuse entdeckte. Das gleiche Problem hatte ich vor einem Jahr in der vorderen Toilette, ich denke es ist ein Materialthema des Herstellers. Die Hoffnung, dass das Pumpengehäuse noch bis zum Eintreffen der Ersatzteil hält, wurde Minuten später jäh zerstört, alles war wieder zusammen gebaut, aber die Pumpe leckte.
Ich hatte die Toilette kaputt repariert, aber das Pumpengehäuse hätte wohl sowieso in den nächsten Wochen oder spätestens Monaten angefangen zu lecken und dann besser jetzt, wo die Ersatzteilversorgung gut ist. Und, der Schlauch war kurz vor dicht.

Wenig appetitliche Augenblicke bei der Reparatur der Bordtoilette.

Um die Reparatur der Toilette reisst sich an Bord keiner.

Das Dicke Ding kamam Schluss aus der Toilette

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1 Comment

  1. Heide 2. Januar 2016 at 8:58

    Hallo Constantin, das kommt uns doch alles sehr bekannt vor. Wir haben die Sauerrei nur draußen über Bord veranstaltet. Erst haben wir es mit einem Draht-Tool versucht, aber die „Sch..“ saß zu fest. Somit konnten wir den Dreck aus dem Rohr nur rausschlagen und -schleudern. Ekelhaftes Erlebnis. Wir versuchen unsere Toilettenschläuche nun durch regelmäßige Essigeinweichung sauber zu halten. Aber ob das hilft? 😉 LG; Heide

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