Tuesday 15th January 2019,
Auszeit mit Kindern

Grosse Veränderungen an Bord der hapa na sasa

Constantin 13. Juli 2015 Leben an Bord

Ich weiss gar nicht, welches die grössere, entscheidendere Veränderung auf der hapa na sasa ist. Vielleicht wisst Ihr ja auch schon, wovon ich spreche oder habt in den letzten Wochen etwas geahnt. Natürlich, beide Veränderungen sind nicht von Heute auf Morgen entstanden, sondern sind die logische Konsequenz von Ereignissen, positiven als auch negativen, der letzten Wochen und Monate.

Franka ist heute zurück nach Deutschland geflogen

Heute morgen haben wir Franka hier in Tahiti zum Flughafen gebracht, und sie ist über Los Angeles und Paris zurück nach Deutschland geflogen, alleine.
Franka war in den letzten Wochen unzufrieden mit ihren Bordlehrern und hat beständig den Wunsch geäussert, auf eine richtige Schule zu gehen, mit richtigen Lehrern, Klassenkameraden, selbst der Weg zur Schule war ihr wichtig. Bei letzterem bin ich an Bord immer davon ausgegangen, dass der fehlende Schulweg und die gesparte Zeit für Franka ein Gewinn, ja positiv ist. In einem meiner Gespräche mit ihr musste ich lernen, dass sie den Schulweg in Stuttgart durchaus positiv sieht, auf eine Art und Weise sogar geniesst, mit den Freunden in Bussen und Bahnen den ein oder anderen Schabernack zu treiben. Da hatte ich eine ganz andere Perspektive und so gibt es noch einige weitere Themen, die aus unserer Elternsicht an Bord positiv, aus ihrer Sicht jedoch belastend oder lästig sind.
Auch wenn uns durchweg alle unterwegs getroffenen Segler bestätigt haben, dass wir den Kindern mit dieser Reise riesige Chancen eröffnen, ein grosses Geschenk machen, sie bei der Rückkehr in der Schule und danach ihr ganzes Leben davon profitieren, so sieht die Perspektive einer fast Dreizehnjährigen eben doch anders aus.
So weh es mir einerseits auch tut, unsere Reise ohne Franka fortzusetzen, es für mich gewissermassen auch eine persönliche Niederlage ist, desto mehr freue ich mich für Franka, dass wir für sie die Lösung realisieren konnten, die sie sich so sehr gewünscht und die sie so hartnäckig verfolgt hat.
Franka wird ab Herbst in Braunschweig auf ein Internat gehen, Braunschweig auf Grund der Nähe zu ihren Grosseltern. Stephie, Hans-Henning ganz vielen Dank an euch, dass ihr uns hier so unterstützt und Franka bei euch in ihrer freien Zeit aufnehmt, Danke.

Wir werden noch ein bisschen weiter segeln

Wir haben uns entschlossen unsere Reise fortzusetzen, weiter gen Westen segeln. Der eingeschlagene Kurs der letzten Monate war natürlich schon eine Änderung gegenüber unseres ursprünglichen Planes, aber zumindest theoretisch hätten wir unsere hapa na sasa ja auch in der Südsee oder in Australien verkaufen können. Aber nein, da waren einige Denkanstösse und positive Bestätigung von guten Freunden.
Da war Antonio, unser lieber italienischer Freund der in Neuseeland seit 20 Jahren Rinder züchtet, der sagte: „Constantin, das einzige, was dich beschränkt sind deine Arme, deine Beine und deine Prostata“. Was soll das heissen? Klammern wir die Prostata mal aus. Alle Probleme, vordergründige Probleme, wie die Finanzierung der Weiterfahrt, der Upgrade unseres Bootes, Frankas Schule, und und und, sind alles Probleme, die teils übermächtig erscheinen, aber lösbar sind. Wenn wir aber zu lange mit der Realisierung unserer Träume warten, kommen die Probleme, die nicht mehr so einfach lösbar sind, wenn die Kraft in Armen und Beinen nachlässt, die Balance schlechter wird, Konzentrationschwäche bei Schlafmangel in den Nachtwachen. Ich bewundere zu tiefst alle Freunde, die wir unterwegs getroffen haben, alle die 60 Jahre +, teilweise 70 Jahre + sind, dass sie den Mut und die Kraft haben, ihren Traum zu verwirklichen, ihre Reise zu machen. Bei ihnen ist das Problem nicht, die Schule der Kinder, die fehlenden Euros, sie machen sich Gedanken, ob sie das ein oder andere Südseeparadies noch sehen oder ob ihre zunehmen körperlichen Einschränkungen sie vorher aus dem Rennen nehmen. Ich für meinen Teil möchte Träume nicht aufschieben, nicht das Risiko eingehen, hinten raus ein Zeitproblem zu bekommen.

Und Dietmar, den ich einfach nur zitieren möchte: „Das Leben ist so kurz, und man sollte sich seine Wünsche erfüllen, damit man Platz für neue Wünsche hat.“

Und damit das alles möglich wird scheide ich zum Ende Juli bei Porsche aus

Und damit wir all dies umsetzen können, habe ich mich schweren Herzens von Porsche getrennt. Natürlich ist da diese einzigartige Firma mit den geilen Autos, wichtiger waren da aber die Kollegen, Chefs und Chef Chefs, die mir die letzten Jahre immer wieder die Möglichkeit gegeben haben, zu lernen und mich weiter zu entwickeln. Und ich bin der Firma und meinen Chefs unendlich dankbar, dass sie mir den Start zu dieser Reise über ein Sabbatical ermöglicht haben. Ohne dieses Sprungbrett wären wir wahrscheinlich gar nicht erst los gefahren.

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11 Comments

  1. der ralph 13. Juli 2015 at 20:56

    …irgendwie hab ich das die letzen Wochen / Monate
    geahnt, dass Eure Reise etwas länger wird : )

    Es gibt Entscheidungen – aber auch größere Dinge – die man einfach tun muss !!!
    Wünsche Euch weiterhin alles erdenklich Gute!
    Franka vor Allem einen guten Start !!!

    Lasst uns in Verbindung bleiben.

    Handbreit und viele Grüße

    der ralph

    der ralph

  2. Elin 14. Juli 2015 at 19:28

    Hallo alle zusammen!
    Ich bin gut in Braunschweig angekommen und werde noch einen kleinen Blog-poast über meinen Flug und so vorbereiten.
    Bis dahin
    Franka 😀

  3. Stephie 14. Juli 2015 at 20:18

    Ihr Lieben, alle miteinander !!!!
    Nun sind es nur noch 4 Ausrufungszeichen, für jedes Crew Mitglied immer eines! –
    Ich habe Franka gestern Abend wohlbehalten nach einem sehr langen Flug vom Flughafen in Frankfurt abgeholt. Da sie um 22:20 ankam, haben wir dort in einem Hotel übernachtet. Bis 1:00 nachts zeigte mir Franka traumhafte Fotos von den sagenhaft schönen Inseln im Südpazific. Franka muss nun erstmal 12 Std. Zeitverschiebung „aufarbeiten“. –
    Den Gedanken, dass Franka in Braunschweig zur Schule gehen möchte und auch ins Internat, hatte sie schon länger im Kopf. Alle drei Enkelkinder waren immer schon sehr, sehr oft bei mir.
    Später, als sie in der Schule waren, fast in allen Ferien. Sie sagten immer: Braunschweig ist unser 2. Zuhause. Da lag der Gedanke für Franka nach Braunschweig zu kommen sehr nah. Ich konnte die Enkelkinder auch öfters in Stuttgart besuchen, weil ich „gebraucht“ wurde.
    Nun habe ich also gestern Abend Franka mit großer Freude und Dankbarkeit in die Arme schließen können ! Eine Nichte von mir schrieb mir heute sehr treffend: Da wohnt also die glücklichste Großmutter Deutschlands in Braunschweig :-). Recht hat sie ! –
    Heute sind wir nun in Braunschweig angekommen und ich kann erst mal die nächsten 2 1/2 Monate mit Franka hier bei mir genießen. Erst ab Oktober wohl wird sie ins Internat gehen können. Wir werden eine schöne Zeit haben und sehr, sehr viel an die Segler denken. Wie gern hätte ich Louisa und Paula auch wieder hier in der Nähe und könnte sie öfters sehen. Ich vermisse sie sehr !! –
    Ich wünsche der Crew weiterhin alles Liebe und Gute und fühlt euch ganz fest umarmt von eurer Stephie / Großmama

  4. Kati 14. Juli 2015 at 21:51

    Ihr Lieben!
    Wahnsinn – was für Neuigkeiten, ihr seid ja immer für eine Überraschung gut! Aber ich hab mir ja schon so etwas gedacht! Sicher eine schwere Entscheidung – sowohl, das älteste Kind ziehen zu lassen, als auch den jahrelang vertrauten Arbeitgeber mit Kollegen, die Freunde und Förderer geworden sind, zu verlassen. Das kann ich nachfühlen! Aber auch eine mutige und spannende! Mit vielen Chancen für Franka und für euch! Den Entschluss mit dem Internat kann ich nur sehr sehr gut finden als Heimkind…;-))) . Für mich eine spannende Zeit, die bis heute nachwirkt, Ich wünsche ihr viel Freude dort und auch bei der Omi! Und euch alles Liebe und Gute für die Weiterfahrt – auf dem Wasser und im Leben…ich hoffe aber natürlich, dass ihr doch irgendwann zurückkommt und wir euch dann wieder in Empfang nehmen können – gesund, gebräunt, gereift und mit vielen neuen Ideen im Kopf und im Herzen!
    All the best
    Kati
    Life is what is Happening while you are busy making other Plans…. John Lennon

  5. Christa und Klaus 15. Juli 2015 at 9:38

    Lieber Constantin,
    Franka in BS, wir bewundern Eure „Große“, Wieviel Energie muss sie aufgebracht haben, den Eltern ihren ernsthaften Willen immer wieder vorzutragen und sie schließlich umzustimmen. Besser noch sie zu überzeugen, dass das Internatsleben für sie das Richtige ist. Eure Tochter ist ganz allein nach BS gekommen, mit 12 J. sie wird Euch alle vermissen, wieviel Mut gehört dazu. Einfach Toll! Und Ihr habt dem zugestimmt, dazu gehört auch Mut. Alles wird gut Ihr habt ja Großmamma. Und wir freuen uns auch, vor allem wenn wir aus Norwegen zurück sind, wo wir z.Z. auf 4Rädern durch die Berge toben.
    Alles gute für Euch und Dank für die langen ausführlichechen Gedanken eine Familienvaters. Ch. U. Kl.

  6. Bernd 15. Juli 2015 at 19:53

    Meine Bewunderung !
    Lieber Constantin, von Eurer aktuellen Location, wäre es, glaube ich, auch nicht möglich gewesen am 03.08 den Dienst wieder aufzunehmen. Ich gratuliere Dir und deiner Frau zu dem mutigen Schritt und wünsche Euch weiterhin eine traumhafte Weiterreise. Machs gut mein „alter“ GT-Kollege.
    Viele Grüße
    Bernd

  7. Brigitte Lengyel 16. Juli 2015 at 11:11

    Hallo Constantin,
    von Stephie habe ich inzwischen erfahren, dass Franka wohlbehalten in Braunschweig angekommen ist. Ihr seid sicher ganz erleichtert, dass sie den langen Flug mit Umsteigen so gut bewältigt hat, ich bin es ebenso. Es gehört schon einiges dazu, Wünsche und Ziele nicht nur zu äußern, sondern dann auch konsequent umzusetzen. Ich bewundere, dass sie zwischendurch nicht der Mut verlassen hat. Franka hat sich zu einem starken Mädchen entwickelt, auf das ihr stolz sein könnt! Ich kann gut nachvollziehen, dass es dir und Urte nicht leicht gefallen ist, ihre Wünsche zu akzeptieren, und den Schwestern wird sie natürlich auch fehlen. Aber hat sich letztlich nicht alles bestens gefügt, dass es in Braunschweig nicht nur ein Internat gibt, sondern dass sie auch ihre Großmama direkt am Ort hat, die immer ein offenes Ohr für sie haben wird?! Ich denke, dass das für euch eine große Beruhigung ist. Ich freue mich darauf, Franka demnächst zu sehen.
    Euch wünsche ich weiterhin alles Gute, besonders dir, Constantin, denn du hast auch Mut bewiesen, als du dich entschlossen hast, einen gesicherten Arbeitsplatz aufzugeben. Ich bin gespannt auf deinen nächsten Bericht.
    Lieben Gruß, Brigitte

  8. harald 17. Juli 2015 at 9:00

    Moin Hapa,

    habe einen Sonderauftrag von meinem Freund Manni -auch Money Mouse genannt- er spielt Lotto und hat Flugangst. Ich spuere ganz stark, dass er bald massivst beim Lotto gewinnt und ich nach HH mit dem Geldkoffer fliege, um die Scheine einzupacken. Fliege dann direkt nach Tahiti- hoere ihr habt ne Koje frei und von Einnahmen bei Porsche abgeschnitten- da kommt der Geldkoffer grad recht, gel.
    Ihr koennt ja nicht nur Fisch und Seetang essen..
    Money Mouse schreiben wir ne Postkarte.
    Love Kapharry

  9. Armin Theurer 24. Juli 2015 at 17:36

    Hallo Constantin,
    das sieht ja alles sehr schön aus.
    Super dass ihr das so durchgezogen habt.
    Das mit deiner Tochter kann ich gut verstehen, auch wenn es euch weh tut, hat sie doch wiederum einen anderen Traum vom Leben als ihr.
    Weiterhin alles Gute für euch, take care und Gottes Schutz und Segen für eure Weiterreise.
    Grüße von Armin

  10. Michael 20. September 2015 at 12:19

    Hallo,

    über die Berichte in der „Capital“ bin ich auf Ihre Reise aufmerksam geworden. Grundsätzlich habe ich Respekt vor Menschen, die sich ihren Traum erfüllen -jedenfalls solange andere keinen Schaden nehmen oder über Gebühr zurückstecken müssen. Bei Ihrer Tochter Franka tritt leider genau dies ein. Sie setzen ihren Traum weiter um und zwar abweichend von dem, was Sie zu Beginn wohl mit Ihren Kindern vereinbart haben. Die Verlängerung der Reise ist aber ganz offensichtlich aus Sicht von Franka eine gravierende Änderung des Deals zu ihren Lasten. Die beiden anderen Töchter sind vielleicht noch zu klein, um dies ähnlich zu sehen. Ich teile daher nicht die positiven posts auf die Nachricht, dass Franka von Bord geht. Es ist für mich eher eine familäre Niederlage, dass ein 12 jähriges Kind nicht anders kann, als in ein Internat zu gehen, um diese Reise entgegen der ursprünglichen Anmachung nicht fortsetzen zu müssen. Aber Sie ziehen Ihr Ding ja weiter durch. Ich wünsche Ihnen einge gute Reise.

  11. Dietmar Henke 18. Oktober 2015 at 22:02

    Hut ab! Die grösste Hürde für die meisten Menschen ist doch, einmal eine Entscheidung zu treffen und dann nicht wieder „umzufallen“. Ganz grossartig wie Ihr das Thema gelöst habt und Eure Prioritäten neu gesetzt habt. Das Leben ist keine Generalprobe und so viele Menschen würden es Euch so gern nachmachen. Respekt vor dieser Leistung und viel Freude bei der Umsetzung dieses Traumes. Um die Zukunft braucht Ihr Euch bestimmt keine Sorgen machen denn die Antworten auf alle Fragen gibt es schon. Wir kennen sie nur noch nicht 🙂