Wednesday 16th January 2019,
Auszeit mit Kindern

Neues Antifouling, Kontrolle und Reparatur der Segel, eine Schweißnaht am Dinghybügel, ein Rigg- und ein Motorcheck für die hapa na sasa

Constantin 8. März 2016 Leben an Bord

Neues Antifouling, Kontrolle und Reparatur der Segel, eine Schweißnaht am Dinghybügel, ein Rigg- und ein Motorcheck

Noch in den Kranschlingen wurde die hapa na sasa mit Hochdruckreinigern von ihrem Unterwasserbiotop befreit. In den Bereichen, wo dass Antifouling noch intakt war, hat es bis zum Schluss hervorragend funktioniert. An den Stellen, wo es abgewaschen war, hatten wir starken Bewuchs, von Algen über Muscheln bis hin zu Würmern und Kalkablagerungen. Nach einem kurzen Nassschliff wurde die hapa na sasa an Land in ein Gestell gestellt und sauber abgestützt. Sehr positiv ist jedenfalls, dass der grundsätzliche Verbund zwischen Gelcoat, Epoxyprimer und Antifouling aus Trinidad völlig ok war und ist.
Die Bereiche, an denen dass Antifouling abgewaschen war, waren doch recht gross. Dass wir hier ein Problem hatten, wussten wir bereits seit Galapagos. In Papeete sprach ich mit Mark von der Por Dos, gleiches Antifouling, gleicher Hersteller, gleiches Problem, auch er verlor sein Antifouling. Mark war bereits mit den Leuten in Trinidad, die sein Antifouling aufgebracht hatten, in Kontakt, mit mässigem Fortschritt. Mein erstes email nach Trinidad blieb unbeantwortet, also habe ich direkt mal Erik, den CEO des amerikanischen Farbenherstellers, angeschrieben, ich war gespannt, ob sie zu ihrer Garantie: „1 Jahr Bewuchsschutz bei Verarbeitung durch einen zertifizierten Dienstleister“ stehen würden. Eriks Antwort war vielversprechend, er war von seinem Produkt überzeugt, schrieb klar und deutlich, dass diese schlechte Performance nicht normal und nicht akzeptabel sei und versprach, sich um das Thema zu kümmern. Um es kurz zu machen, nach einigen emails war klar, dass es keinen Sinn machen würde, das Thema auf den Inseln in Stand zu setzen, wir würden bis Neuseeland warten. Würde man das Thema bei Sea Hawk vergessen? Nein, als wir in Neuseeland angekommen waren, wurde ich sogar von Sea Hawk angeschrieben, man könnte das Boot in Opua aus dem Wasser holen und das Antifouling erneuern. Genau so ist es auch tatsächlich geschehen. Hut ab, ein CEO der sich zu einem Problem klar positioniert und für die Behebung sorgt. Vielen Dank an ihn, an Dennis, Tommy und Will von Sea Hawk.
Jetzt mussten wir noch eine Woche auf ein Wetterfenster ohne Regen und Starkwind warten, damit das neue Antifouling aufgebracht werden konnte. Chad von der Boatyard in Opua hat sich nicht nur um die gesamte Garantieabwicklung mit Sea Hawk gekümmert, er hat auch das neue Antifouling aufgespritzt, vielen, vielen Dank Chad, exzellenter Job.

Die hapa na sasa mit neuen Antifouling in Opua Neusesland
Die hapa na sasa strahlt mit neuem Antifouling.

Kontrolle der Segel nach 18 Monaten und über 15.000sm

Hier in Opua liegt man vor Anker durch die Gezeitenströmung mehrmals am Tag quer zum Wind, zum Herunternehmen der Segel nicht wirklich optimal. Insbesondere bei unserem Rollgroß ist es wichtig, dass der Wind beim Herunternehmen annähernd von vorne kommt. An einem Morgen mit überraschend wenig Wind, als wir noch vor Anker lagen, ergriffen wir die Chance und zogen unser Groß runter. Kurze Zeit später, beim Runternehmen der Genua hatten wir schon deutlich mehr Wind, welch ein gutes Timing!
Bereits beim Runternehmen der Segel fiel mir auf, dass das Groß (von UK de Vries) noch wie neu aussah, und das nach all den gesegelten Meilen, sehr beeindruckend! Hier hat es sich tatsächlich ausgezahlt, dass wir uns vor unserer Abfahrt ein neues Großsegel ohne vertikale Latten anfertigen ließen. Später mehr zu dieser Entscheidung. Bei der Genua war auf den letzten Meilen das Achterliek aufgerissen. Der Grund hierfür liegt aber eher bei einer falsch ausgeführten Reparatur in Stavoren, vor unserer Abfahrt.
Der Check der Segel durch den „North“-Segelmacher vor Ort bestätigte meinen sehr positiven Eindruck. Letztenendes hat Roger von „North“ das Achterliek unserer Genua genäht, zwei kleine Ausbesserungen an den Bergeschläuchen von Wingaker und Gennaker gemacht und das Fenster in unserer Sprayhood neu eingefasst. Vielen Dank Roger, super Job, alles pünktlich geliefert.
Unsere Segel zurück, kontrolliert und ausgebessert
Unsere Segel zurück an Bord, kontrolliert und kleine Reparaturen ausgeführt.

Neue Unterwanten und ein Riggcheck

Der Rigger war an Bord. Die Ursache des in Tonga gebrochenen Unterwants liegt vermutlich im Rollprozess des Terminals. Dem Rigger fiel die Oberfläche des Terminals auf, was auf einen zweimaligen Rollprozess schließen lässt. Hinzu kommt, dass der Draht des Unterwants beim Rollen des Terminals selbst vermutlich bereits in irgendeiner Form aufgerollt war und somit nicht gerade und entspannt in der Vorrichtung lag. Die Überprüfung der Riggspannung war positiv, auch diese Information ist sehr gut, bestätigt sie doch, dass wir seit der Karibik mit einem gut gestellten Rigg unterwegs waren.

Eine gerissene Schweissnaht an unserem Dinghy- und Solarpanelbügel aus Trinidad

Bereits in der Hapai Gruppe in Tonga, einer grossen Anzahl wunderschöner, zumeist unbewohnter Inseln, hatte ich einen Riss in einer Aussteifungsstrebe unseres Dinghybügels entdeckt. Die Hapais sind ein traumhafter Ort zum Schnorcheln, Freediven und Spearfishen (ein Artikel hierzu folgt noch), aber eben auch ein alptraumhafter Ort für eine Reparatur eines Schweißteiles.

Riss in einer Verstrebung unseres Dinghybügels auf Tonga
Kleiner fieser Riss in einer Verstrebung unseres Dinghybügels.

Was war zu tun? Mir fiel ein, dass Jochen von der Shangrila sich auf den Marquesas sein Schweißgerät aus Deutschland mitgebracht hatte. Zu Hause westlich von Hannover war er Schmied, er kann also mit Metall sehr gut umgehen. Und das Beste war, einige Tage zuvor hatten wir ihn auf Lifuka gesehen, ebenfalls Hapai. Also flink Shangrila/Jochen über Funk angerufen: sie würden sowieso in den nächsten Tagen zu uns stoßen, perfekt, sehr cool. Nach einer gemeinsamen Begutachtung der inzwischen abgerissenen Strebe, entschied ich, dass der Dinghybügel noch hinreichend steif war, und wir die Naht hier vor Anker nicht in Zwangslage, nur mit Elektrode, ohne Schutzgas schweißen würden. Für die Überfahrt nach Neuseeland würden wir zur Sicherheit den Bügel mit einem Kreuz aus hart gespannten Seilen versteifen und gut ist’s! Gehalten hat’s.

In Opua, nachdem wir wieder im Wasser waren und rückwärts zum Steg lagen, hat Marc vom örtlichen Metallbauer die nötigen Schweissungen erledigt. Und nicht nur das, bei zwei Ikea Kochtöpfen, die sonst im Müll gelandet wären, hat er kunstvoll die Griffe wieder angeschweisst. Sein Kommentar hinterher war: Das war wie Papier, so dünn war das Blech. Danke Marc.
Nachschweissen unseres Dinghybügels

Die hapa na sasa bekommt eine neue UKW-Funke

Die Raymarine UKW-Funke gehört zu den wenigen Ausfällen an Bord. Nachdem bereits der Lautsprecher im Cockpit seinen Dienst versagt hatte, fiel auch noch der Lautsprecher im Handset der Funke selbst aus. Beides an sich hätte der lokale Raymarinespezialist vielleicht noch tauschen können. Als ich im Kunststoff des Handsets aber erste Risse entdeckte, war klar, dass wir Ersatz brauchten. Um’s kurz zu machen, die neue Funke ist eingebaut und alle Löcher sind wieder gestopft. Es wurde aber auch mal wieder deutlich, wie beschränkt die Bauräume selbst auf großen Schiffen sind. Letztendlich konnte ich die Funke nur sinnvoll unterbringen, nachdem ich ein anderes elektronisches Gerät versetzt hatte.

Neue Funke auf der hapa na sasa.

Motorcheck, eine Sichtkontrolle von einem Profi

Zurück im Wasser bekam unser Motor noch eine ordentliche Kontrolle von einem Profi. Nach Weihnachten hatte ich bei uns in der Bilge etwas Kühlwasser entdeckt, hatte aber dessen Herkunft nicht lokalisieren können. Michael sah nach wenigen Minuten eine Tropfstelle an einem Flansch an dem ein Gummischlauch abging. Eine halbe Umdrehung mit dem Schraubendreher an der Schelle und das Thema war gelöst. Jahrelange Erfahrung sind doch durch nichts zu ersetzen, und ich weiss jetzt wieder einen Punkt mehr, wo ich hinschauen kann, um evtl. Probleme frühzeitig zu erkennen. Den Impeller hat Michael auch noch schnell gewechselt, wegen der Einbaulage des Motors etwas fummelig. 2 Tage später habe ich unserem Motor noch das Öl gewechselt, jetzt ist auch er wieder bereit für die nächsten Abenteuer.

Aufreger, den Abend bevor es zurück ins Wasser ging

Den Abend bevor es ins Wasser ging habe ich noch unsere Seeventile gefettet. An allen Auslässen unter der Wasserlinie hat ein Boot sogenannte Seeventile. Falls einmal ein Schlauch im Schiff undicht werden sollte, kann man das Ventil schliessen und das Problem ist erst einmal behoben. Unter einem Reduzierstück, nach einem dieser Ventile entdeckte ich einen kleinen Rostfleck. Kurz mit dem Finger unter das Reduzierstück gefasst und … war feucht. Bis zu diesem Moment hatte alles wie am Schnürchen geklappt und jetzt, am Abend bevor wir zurück ins Wasser gingen eine undichte Stelle. Auch wenn diese Stelle, jenseits des Seeventiles war, d.h. nach abgestelltem Seeventil wäre die Tropfstelle dicht, so wollte ich das Thema definitiv noch im trockenen lösen. Früh am nächsten Morgen ging ich zu Bruce, dem lokalen Mechanikspezialisten und fragte ihn, wie ich herausfinden kann, ob die Abdichtung zwischen dem 90° Winkel und dem Reduzierstück undicht geworden sei, oder ob sich das gesamte Reduzierstück gerade auflöst. Mit einem Schmunzeln antwortete er: „Take it apart and you will see and do it on the hard“. Er meinte also, falls beim Auseinanderschrauben ein Teil nach dem anderen aufgeben würde, inkl. des Seewasserventiles, dann bitte an Land auf dem Trocknen. Nach einer Vierteldrehung verstand ich, was er meinte mit „you will see“.

Gebrochene Verschraubung in der Zuleitung der Wellenkühlung

Zwei Stunden bevor wir ins Wasser gegangen sind, war die Verbindung wieder hergestellt und auch im Wasser wieder dicht. Auch alle anderen Seeventile haben Bruce und ich noch einmal kontrolliert, eine andere Anwendung des 4-Augenprinzipes. Danke Bruce für deine Unterstützung.

Fazit nach 2 Ozeanüberquerungen, tausenden Seemeilen, tausenden Stunden segeln

Fazit, nach 7.000sm seit Trinidad, respektive über 15.000sm für die Segel seit Stavoren bin ich extrem beeindruckt von unserem Schiff und bin sehr froh, dass wir uns für unsere hapa na sasa, ein solides ausgereiftes Serienschiff entschieden haben (Bénéteau Océanis 46).

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